Made in Graubünden

Industrie und Gewerbe sind nach dem Tourismus der zweitwichtigste Exportmotor der Bündner Wirtschaft. Sie generieren eine regionale Exportbruttowertschöpfung von rund CHF 700 Mio. pro Jahr oder 7% des BIP des Kantons Graubünden.

Ingenieure für die Bündner Wirtschaft

Was ist notwendig für eine erfolgreiche Zukunft von Industrie, ICT (Informations - und Kommunikationstechnologien) und medizinisch - naturwissenschaftlicher Forschung made in Graubünden? Es braucht in erster Linie Unternehmen und Forschungsgruppen, die innovativ sind. Und solche Institutionen brauchen Ingenieure und weitere hochqualifizierte Fachkräfte, die in raschem Rhythmus neue Ergebnisse, Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen können.

  • Die Rekrutierung einer ausreichenden Zahl von Ingenieuren und ICT-Spezialisten mit Fachhochschulabschluss ist der zentrale Engpass der Industrie- und ICT-Betriebe in Graubünden. Die Rekrutierung von Ingenieuren aus dem Unterland ist schwierig. Und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur (HTW) werden bisher kaum Studiengänge angeboten, welche Studierende in den Bereichen Technik und ICT auf Berufe in Industrie- und ICT-Betrieben vorbereiten. Da zu wenige Ingenieure und ICT-Spezialisten aus der übrigen Schweiz für einen Arbeitsplatz in Graubünden gewonnen werden können, müssen in Zukunft an der HTW in Graubünden jedes Jahr 150 bis 200 Ingenieure und ICT-Spezialisten ausgebildet werden. Hierfür ist es notwendig,
     
  • die HTW zu verselbständigen, damit sie die gewünschten Studiengänge in den Bereichen Technik und ICT anbieten kann.
  • das neue Hochschulzentrum Graubünden rasch und an einem geeigneten Standort mit den für Ingenieurstudien erforderlichen Angeboten sowie Infrastrukturen zu realisieren.
  • den Studienort Graubünden so attraktiv zu positionieren, dass eine grössere Zahl von Studierenden aus anderen Kantonen für ein Studium in Graubünden gewonnen werden kann. Hierfür genügt es nicht, attraktive Studienangebote zu schaffen. Als zusätzlicher Anreiz sollen attraktive, preisgünstige Wohnangebote auf einem Hochschul-Campus erstellt werden, der auch ein vielfältiges studentisches Sozialleben verspricht. Ausserdem gilt es, die attraktiven Outdoor-Sport-Angebote in Graubünden durch günstige Konditionen für Studierende zu einem weiteren Anziehungsfaktor zu machen.
     
  • In Graubünden stehen verschiedene Instrumente zur Stärkung der Innovationsfähigkeit der Industrie- und ICT-Betriebe zur Verfügung, die aber vor allem kleineren Betrieben oft kaum bekannt sind. Um diese Angebote visibler zu machen, sollen das Amt für Wirtschaft und Tourismus des Kantons und das KMU-Zentrum der HTW in Zukunft noch aktiver als Informations- und Kontaktdrehscheibe wirken, die je dem interessierten Betrieb praxisnahe Tipps zur Nutzung der Instrumente im Bereich der Innovationsförderung geben kann.
  • In Davos sind mehrere international renommierte Forschungsinstitutionen im naturwissenschaftlichen und medizinischen Bereich tätig. Es sind exakt auf die Bedürfnisse und Chancen dieser Forschungsinstitutionen ausgerichtete Impulse erforderlich, damit diese ihre Entwicklungspotenziale in Zukunft optimal ausschöpfen können. Die Gemeinde Davos soll für günstige lokale Standortvoraussetzungen besorgt sein. Der Kanton Graubünden soll Projekte für die Umsetzung der Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte und Dienstleistungen unterstützen.